Was ist HHC? Wirkung, Risiken und Rechtslage in Deutschland

Was ist HHC

Maxi Gülay

aktualisiert am 29.09.2026, Lesezeit circa neun Minuten.

Kurzantwort

HHC (Hexahydrocannabinol) ist ein Cannabinoid, das dem THC chemisch sehr ähnlich ist und laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) psychoaktiv wirkt. Im Handel stammt es nicht aus der Pflanze, sondern wird aus CBD im Labor hergestellt. Die Datenlage zur Sicherheit ist dünn.

Rechtlich: Seit dem 27.06.2024 unterliegt HHC dem Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz, seit dem 23.05.2026 steht es zusätzlich im Betäubungsmittelgesetz. Wer es ohne Erlaubnis kauft, besitzt oder verkauft, kann ein Strafverfahren bekommen. Wie die Ausnahme für „nichtsynthetische“ Formen auszulegen ist, ist noch nicht gerichtlich geklärt.

HHC im Steckbrief

Hexahydrocannabinol auf einen Blick
Merkmal Angabe
Was es ist Cannabinoid; unterscheidet sich vom Δ9-THC nur durch die fehlende Doppelbindung zwischen dem 9. und 10. Kohlenstoffatom (BfR).
Erstbeschreibung 1940 (BfR).
Auf dem Markt In den USA Ende 2021, in Europa erstmals im Mai 2022 beobachtet. Erster Nachweis in Deutschland im Dezember 2022, in einer Probe aus einer Zollbeschlagnahme vom Juni 2022 (BfR).
Herkunft im Handel Halbsynthetisch aus CBD. In der Hanfpflanze selbst kommt HHC nur in Spuren vor, vermutlich als Abbauprodukt von THC (BfR).
Wirkung Psychoaktiv, THC-ähnlich. Zwei Formen (Epimere) mit unterschiedlicher Stärke: 9β-HHC wirkt THC-ähnlich, etwas schwächer; 9α-HHC ist deutlich schwächer (in manchen Tests etwa um den Faktor 10) (BfR).
Rechtsstatus (Deutschland) Im Betäubungsmittelgesetz gelistet seit 23.05.2026; davor Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (seit 27.06.2024).
Datenlage Toxikologisch unzureichend; es gibt keinen Richtwert (BfR).

Quelle: BfR-Stellungnahme Nr. 019/2025 vom 04.06.2025 sowie BGBl. (siehe Quellen).

Woher HHC kommt

HHC ist im Handel kein Naturprodukt. Das BfR beschreibt den Weg so: Aus CBD entsteht unter Säureeinwirkung Δ8- oder Δ9-THC, das anschließend hydriert wird. Das Ergebnis sind zwei Formen (Epimere) mit unterschiedlicher Wirkstärke. Anleitungen liefern wir hier bewusst nicht.

Zwei Folgen daraus sind praktisch wichtig. Erstens ist das Endprodukt nur so sauber wie der Herstellungsprozess. Das BfR verweist auf eine US-Untersuchung, in der ein als HHC verkauftes Produkt Δ8-, Δ9- und Δ6a,10a-THC enthielt, aber kein HHC. Zweitens hat das rechtliche Folgen, weil die Ausnahme im Betäubungsmittelgesetz von einer „nichtsynthetischen“ Form spricht (siehe Rechtslage).

Wirkung: Was belegt ist

Das BfR schreibt, dass durch HHC-haltige Erzeugnisse psychoaktive Wirkungen zu erwarten sind. Schon ein Gummi mit 25 mg kann einen Rausch auslösen. Mehr lässt sich seriös nur aus einer einzigen kleinen Studie ableiten, und die ist vorsichtig zu lesen.

Höfert et al. (2025) gaben sechs Freiwilligen HHC, drei als 25-mg-Gummi, drei durch Inhalieren (drei Züge). Fünf von sechs spürten eine Wirkung. Auf der subjektiven Skala der Studie lagen die Werte oral bei 4,5 bis 7, inhaliert bei 0 bis 8. Alle sechs hatten einen trockenen Mund. In den psychophysischen Tests, die 40 Minuten bis zwei Stunden nach der Aufnahme stattfanden, zeigten sich Einschränkungen; zwei der Inhalierenden litten unter starkem Schwindel. Der Höchstwert im Blut kam oral nach 1,25 bis 2 Stunden, inhaliert nach 2 bis 6 Minuten.

Wie lange hält die Wirkung an?

Auch danach wird oft gesucht. Eine belastbare Angabe zur Wirkdauer haben wir nicht gefunden. Die Studie misst Blutspiegel und Testleistungen zu bestimmten Zeitpunkten, nicht das Ende der Wirkung. Wer eine feste Stundenzahl nennt, liefert keine Quelle dazu.

Risiken und Nebenwirkungen

Wie riskant HHC ist, lässt sich nicht genau beziffern. Das BfR bewertet die Datenqualität als „mittel“ und die toxikologischen Daten als unzureichend. Bekannt sind folgende Beobachtungen aus Vergiftungszentralen und Fallberichten:

  • Vergiftungen: Größere Mengen, auch versehentlich aufgenommene (etwa von Kindern), können zu schweren Vergiftungen führen. In Deutschland gab es Ende 2022 bis Juli 2023 25 Anfragen bei drei Giftinformationszentren; Kinder waren nach HHC-Gummis ohnmächtig geworden.
  • Psychische Reaktionen: Für HHC liegen Fallberichte zu Psychosen vor (O’Mahony 2024). Sie belegen keine Häufigkeit.
  • Körperliche Effekte: Trockener Mund bei allen sechs Studienteilnehmenden, starker Schwindel bei zwei von ihnen (Höfert 2025).

Französische Giftnotrufzentralen: Schweregrad von 37 gemeldeten HHC-Fällen (Jan. 2022 bis Mai 2023)

leicht40 %
mittelschwer43 %
schwer (2 Fälle)5 %

Quelle: BfR-Stellungnahme 019/2025. Der Rest ist im BfR-Text nicht aufgeschlüsselt. Es handelt sich um selbst gemeldete Fälle; von der Zahl darf man nicht auf die Häufigkeit im Konsumentenkreis schließen. Aus Tschechien meldet das BfR 236 Fälle (Mai 2022 bis April 2024).

HHC in Verkehrskontrollen: Anteil der Serumproben mit HHC

17 von 321 Serumproben aus Verkehrskontrollen (Westsachsen)5,3 %

Quelle: Höfert et al. 2024, Drug Testing and Analysis. Gemessene Konzentrationen bis 35,35 ng/ml (9R-HHC) und 21,76 ng/ml (9S-HHC). Die Skala reicht von 0 bis 100 %.

Zum Abhängigkeitspotenzial von HHC haben wir keine belastbare Studie gefunden. Das BfR nennt die Datenlage insgesamt unzureichend. Konkrete Prozentangaben im Netz sind deshalb mit Vorsicht zu lesen.

Erfahrungsberichte: Wie belastbar sind sie?

„HHC Erfahrung“ gehört zu den meistgesuchten Begriffen rund um das Thema. Das BfR stuft Berichte von Konsumierenden als „nicht belastbar“ ein. Aus unserer Sicht liegt das an den Umständen: Meist ist unklar, was im Produkt war und wie viel davon, und auch, wer den Bericht geschrieben hat. Für eine Einschätzung der Risiken taugen solche Berichte damit nicht. Dieser Artikel enthält keine Erfahrungsberichte und keine Dosierungshinweise.

HHC, THC und CBD im Vergleich

Drei Cannabinoide, drei rechtliche Ausgangslagen
HHC THC CBD
Wirkung im Kopf Psychoaktiv, THC-ähnlich (BfR) Psychoaktiv, der Hauptwirkstoff der Rauschwirkung (BfR) Laut BfR nicht psychoaktiv im Sinne der für THC beschriebenen Wirkungen
Herkunft im Handel Halbsynthetisch aus CBD Natürlicher Inhaltsstoff des Hanfs; in Nutzhanf nur wenig Hauptsächlich aus Nutzhanf gewonnen
Recht (Stand 29.09.2026) Im Betäubungsmittelgesetz gelistet seit 23.05.2026, mit Ausnahme für „nichtsynthetische“ Formen zu nichtmedizinischen Zwecken Als Reinsubstanz im Betäubungsmittelgesetz gelistet (mit derselben Ausnahme); Cannabis-Pflanzenmaterial regelt seit 01.04.2024 das Konsumcannabisgesetz Nicht im Betäubungsmittelgesetz gelistet (BfR); im Konsumcannabisgesetz ausdrücklich aus dem Cannabis-Begriff ausgenommen
Drogentest THC-Schnelltests reagieren mit (BfR) Ziel der Standardtests Kann mit THC verunreinigt sein (BfR)

Quellen: BfR, Betäubungsmittelgesetz, Konsumcannabisgesetz (siehe Quellen).

Zur Frage, ob CBD die Wirkung von HHC „aufhebt“: Dafür haben wir keine Studie gefunden. Zu THC schreibt das BfR, Befunde, wonach andere Hanfinhaltsstoffe unerwünschte Wirkungen abschwächen könnten, seien widersprüchlich. Zu HHC gibt es unseres Wissens gar keine Untersuchung dazu. Mehr zum Nachweis im Test: HHC im Drogentest.

Rechtslage in Deutschland

  1. Ab 2022HHC taucht in Europa auf (erste Beobachtung Mai 2022, erster deutscher Nachweis Dezember 2022, BfR). Es steht zunächst in keinem Verbotsgesetz.
  2. 27.06.2024Die 5. Verordnung zur Änderung der Anlage des Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetzes tritt in Kraft (BGBl. 2024 I Nr. 210). Über die Stoffgruppe der Cannabimimetika fällt HHC unter dieses Gesetz. Verboten sind unter anderem Handel, Herstellen, Erwerb und Besitz. Strafbar sind Handeltreiben, Inverkehrbringen, Verabreichen und Herstellen zum Inverkehrbringen (bis drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe); Erwerb und Besitz sind verboten, aber nicht mit Strafe bedroht.
  3. 23.05.2026Die 27. Verordnung zur Änderung von Anlagen des Betäubungsmittelgesetzes tritt in Kraft (BGBl. 2026 I Nr. 150). HHC steht nun auf der Liste der Betäubungsmittel. Damit gilt das Strafrecht des Betäubungsmittelgesetzes: bis fünf Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe für Handel, Erwerb, Besitz und mehr. Das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz gilt für Stoffe, die als Betäubungsmittel geregelt sind, nicht.

Die Verordnung enthält zwei Ausnahmen: Cannabis zu medizinischen oder medizinisch-wissenschaftlichen Zwecken nach dem Medizinal-Cannabisgesetz, und „eine nichtsynthetische Form, die zu nichtmedizinischen Zwecken im Verkehr ist“. Nach der Begründung des Verordnungsentwurfs, wie sie ein Fachportal wiedergibt, sollte damit natürlich in der Pflanze vorkommendes HHC unberührt bleiben. Handelsübliches HHC ist halbsynthetisch (BfR).

Was rechtlich offen ist
  • Wie „nichtsynthetisch“ in der Praxis ausgelegt wird und wer im Streitfall was beweisen muss.
  • Ob für Ware, die vor dem 23.05.2026 gekauft wurde, das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz oder das Betäubungsmittelgesetz maßgeblich ist. Eine Anwaltsseite geht davon aus, dass für frühere Bestellungen die mildere Regelung des Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetzes gilt; wir haben das nicht in einer amtlichen Quelle gefunden.
  • Wie sich die Einstufung auf die Fahreignung auswirkt (siehe Artikel zum Drogentest).
  • Gerichtsentscheidungen zu HHC haben wir bei unserer Recherche nicht gefunden.

Das BfR nennt in seiner Stellungnahme vom Juni 2025 noch ausschließlich das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz und ist damit bei der Einstufung als Betäubungsmittel überholt. Auch das drugcom-Drogenlexikon (Stand Juli 2025) und mehrere Ratgeber-Seiten zeigen noch den alten Stand.

Wer eine konkrete rechtliche Frage hat, etwa nach einer Beschlagnahme oder einer Vorladung, sollte sich an eine Fachanwältin oder einen Fachanwalt für Strafrecht wenden. Dieser Artikel kann das nicht ersetzen.

Häufige Fragen

Ist HHC in Deutschland legal?

Nach aktuellem Stand grundsätzlich nicht. Seit 23.05.2026 ist HHC im Betäubungsmittelgesetz gelistet, seit 27.06.2024 unterlag es dem Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz. Offen ist die Auslegung der Ausnahme für „nichtsynthetische“ Formen.

Ist HHC dasselbe wie THC?

Nein, aber die Moleküle sind fast gleich: Beim HHC fehlt eine Doppelbindung. Die Wirkung ist THC-ähnlich, die Datenlage aber viel dünner (BfR). Rechtlich wird HHC seit Mai 2026 ähnlich wie THC im Betäubungsmittelgesetz geführt.

Zeigt ein Drogentest HHC an?

Ja, gängige THC-Schnelltests reagieren laut BfR mit. Die Einzelheiten stehen im Artikel HHC im Drogentest.

Darf ich HHC aus dem Ausland bestellen?

Nach der Einordnung einer auf Betäubungsmittelrecht spezialisierten Kanzlei kann die Einfuhr als Bannbruch verfolgt werden, weil fast alles handelsübliche HHC halbsynthetisch aus CBD hergestellt ist. Das ist eine Sekundärquelle, keine Rechtsprechung. Wir raten davon ab; im Zweifel ist juristischer Rat nötig.

Was tun bei einer Vergiftung?

Bei Bewusstlosigkeit, Atemproblemen oder wenn ein Kind Gummis mit HHC verschluckt hat: sofort 112 rufen. Auch die Giftinformationszentren beraten bei Vergiftungen; das BfR stützt sich in seiner Stellungnahme auf deren Anfragen.

Und CBD?

SWISS FX verkauft kein HHC. Cannabidiol (CBD) ist rechtlich und stofflich etwas anderes: Es ist nach BfR nicht im Betäubungsmittelgesetz gelistet und wirkt nicht psychoaktiv im Sinne des THC; das Konsumcannabisgesetz nimmt CBD ausdrücklich aus dem Cannabis-Begriff aus.

Wichtig für alle, die getestet werden: CBD-Produkte können laut BfR mit THC verunreinigt sein. Das BfR weist zudem darauf hin, dass CBD pharmakologisch aktiv ist und Wechselwirkungen mit Arzneimitteln möglich sind. Grundlagen erklären wir hier: Was ist THC? · Hanf und Cannabis: der Unterschied · Vollspektrum und Isolat.

Quellen

Abgerufen am 29.09.2026. Gesetzestexte in der zu diesem Datum online stehenden Fassung. Zwei Einträge sind Sekundärquellen und als solche gekennzeichnet.

  1. BfR, Stellungnahme Nr. 019/2025 vom 04.06.2025: Psychoaktive Wirkungen durch den Konsum von HHC-haltigen Erzeugnissen zu erwarten – https://www.bfr.bund.de/veroeffentlichung/psychoaktive-wirkungen-durch-den-konsum-von-hexahydrocannabinol-hhc-haltigen-erzeugnissen-zu-erwarten/
  2. BfR: Fragen und Antworten zu hanfhaltigen Lebensmitteln (15.11.2022) – https://www.bfr.bund.de/fragen-und-antworten/thema/fragen-und-antworten-zu-den-gesundheitlichen-risiken-von-hanfhaltigen-lebensmitteln-und-futtermitteln/
  3. BGBl. 2026 I Nr. 150: 27. Verordnung zur Änderung von Anlagen des BtMG (in Kraft 23.05.2026) – https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2026/150/regelungstext.pdf?__blob=publicationFile&v=1
  4. BtMG Anlage II – https://www.gesetze-im-internet.de/btmg_1981/anlage_ii.html
  5. BtMG § 29 – https://www.gesetze-im-internet.de/btmg_1981/__29.html
  6. BfArM, Eintrag zur Betäubungsmittel-Änderung vom 23.05.2026 – https://www.bfarm.de/DE/Bundesopiumstelle/Betaeubungsmittel/_artikel.html?nn=471308
  7. BGBl. 2024 I Nr. 210: 5. Verordnung zur Änderung der Anlage des NpSG (in Kraft 27.06.2024) – https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2024/210/VO.html
  8. NpSG Anlage 1 – https://www.gesetze-im-internet.de/npsg/anlage_1.html
  9. NpSG §§ 1, 3, 4 – https://www.gesetze-im-internet.de/npsg/__3.html
  10. KCanG § 1 (Begriffsbestimmungen, CBD-Ausnahme) – https://www.gesetze-im-internet.de/kcang/__1.html
  11. Höfert, L. et al. (2025): Scientific Reports. doi:10.1038/s41598-025-93931-4 – https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11933371/
  12. Höfert, L. et al. (2024): Drug Testing and Analysis 16:489. PubMed 37652872 – https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37652872/
  13. GMP-Navigator: Neue Einstufung von Hexahydrocannabinol geplant (Sekundärquelle, zum Verordnungsentwurf) – https://www.gmp-navigator.com/gmp-news/neue-einstufung-von-hexahydrocannabinol-geplant
  14. Kanzlei-Seite zum Thema HHC und Zoll (Sekundärquelle, Rechtsmeinung, keine Rechtsprechung) – https://btmg-anwalt.com/hhc-zoll/
  15. drugcom.de Drogenlexikon: HHC (Stand Juli 2025; zeigt nur das NpSG) – https://www.drugcom.de/drogenlexikon/buchstabe-h/hhc/

Hinweis: Dieser Artikel informiert und ersetzt weder Rechts- noch medizinische Beratung. Er ist nicht anwaltlich geprüft, die Rechtslage kann sich ändern. SWISS FX (Deep Green GmbH) verkauft kein HHC und ruft nicht zum Konsum auf. In Notfällen ruf die 112.