Zeitumstellung Oktober 2026: Warum nur 33 Minuten Schlaf ankommen

Wecker auf dem Nachttisch am Morgen nach der Zeitumstellung im Herbst

Stand: Oktober 2026 · Zuletzt aktualisiert: 21.10.2026 · Autor: Christopher Ort · Lesezeit: ca. 11 Minuten

In der Nacht auf Sonntag, den 25. Oktober 2026, gehen die Uhren eine Stunde zurück. Rechnerisch bekommst du damit eine Stunde geschenkt. Im Schlaf kommt davon aber nur gut die Hälfte an: Im Schnitt schlafen Menschen am Umstellungssonntag im Herbst 33 Minuten länger. Wir haben 14 Fachpublikationen und vier aktuelle Datensätze aus Deutschland ausgewertet und zeigen, warum die Zeitumstellung im Herbst messbar milder ist als im Frühjahr, warum sie sich trotzdem für fast jede bzw. jeden Dritten belastend anfühlt und wie du durch die Woche danach kommst.

Auf einen Blick

  • +33 Min. – mehr Schlaf am Umstellungssonntag im Herbst, gemessen per Bewegungssensor bei 11.780 Erwachsenen
  • −65 Min. – weniger Schlaf am Umstellungssonntag im Frühjahr, in derselben Auswertung
  • 31 % – der Befragten in Deutschland hatten schon einmal Probleme durch die Zeitumstellung (Herbst 2025)

Schlafdaten: UK Biobank, Erwachsene von 43 bis 78 Jahren (de Lange et al., J Sleep Res 2025). Umfrage: Forsa für die DAK-Gesundheit, n = 1.003 (Herbst 2025). Die Werte stammen aus unterschiedlichen Ländern und Erhebungen.

Zeitumstellung Oktober 2026: Wann wird die Uhr umgestellt?

Die Sommerzeit endet in Deutschland am letzten Sonntag im Oktober. 2026 ist das der 25. Oktober. Um 3 Uhr Sommerzeit (MESZ) springt die Uhr zurück auf 2 Uhr. Die Stunde zwischen 2 und 3 Uhr gibt es in dieser Nacht also zweimal, und der Sonntag hat 25 statt 24 Stunden (Physikalisch-Technische Bundesanstalt).

Frage Antwort
Datum Nacht von Samstag, 24. Oktober, auf Sonntag, 25. Oktober 2026
Uhrzeit 3:00 Uhr MESZ wird zu 2:00 Uhr MEZ
Richtung Eine Stunde zurück
Was danach gilt Mitteleuropäische Zeit (MEZ), umgangssprachlich „Winterzeit“, offiziell die Normalzeit
Folge für den Alltag Morgens wird es früher hell, abends früher dunkel

Die meisten Smartphones, Laptops und Funkuhren stellen sich automatisch um. Backofen, Auto und ältere Wecker musst du meist von Hand anpassen.

Die geschenkte Stunde: Warum nur 33 Minuten im Schlaf ankommen

Die genaueste Antwort auf die Frage, wie viel Schlaf die Zeitumstellung tatsächlich bringt, liefert eine Auswertung aus der britischen UK Biobank. Forschende haben die Daten von 11.780 Erwachsenen zwischen 43 und 78 Jahren ausgewertet, die über eine Woche ein Bewegungsarmband trugen. Gemessen wurde also nicht, wie lange die Menschen glaubten zu schlafen, sondern wie lange sie tatsächlich schliefen. Die Daten stammen aus den Jahren 2013 bis 2015 (Journal of Sleep Research, 2025).

Das Ergebnis: Am Umstellungssonntag im Herbst schliefen die Teilnehmenden im Schnitt 33 Minuten länger als am Sonntag davor (95-%-Konfidenzintervall 27 bis 39 Minuten). Im Frühjahr fehlten am Umstellungssonntag dagegen 65 Minuten (Konfidenzintervall 58 bis 72 Minuten). Im Frühjahr geht also sogar etwas mehr Schlaf verloren als die eine Stunde, die die Uhr springt. Im Herbst kommt von der gewonnenen Stunde nur ein Teil an.

Unsere Einordnung: die „halbe geschenkte Stunde“

33 von 60 Minuten entsprechen 55 Prozent. Der Schlafverlust im Frühjahr (65 Minuten) ist damit rund doppelt so groß wie der Gewinn im Herbst. Das ist eine redaktionelle Rechnung von SWISS FX auf Basis der Studie, kein eigenes Studienergebnis.

Warum geht die Stunde nicht vollständig in den Schlaf? Eine Ursache benennt die Auswertung im Abstract nicht. Denkbar ist, dass viele Menschen die zusätzliche Stunde nicht komplett verschlafen: Sie gehen später ins Bett, wachen nach ihrer gewohnten inneren Zeit auf oder nutzen den Abend anders. Für die Einordnung wichtig: Verglichen wurde der Schlaf von Mitternacht bis Mitternacht am Umstellungssonntag mit dem Sonntag davor, und zwar nicht innerhalb derselben Personen. Die Teilnehmenden waren außerdem mittleren bis höheren Alters. Für Jüngere, Eltern kleiner Kinder oder Schichtarbeitende kann das Bild anders aussehen.

Winterzeit vs. Sommerzeit: Der Herbst fällt messbar milder aus

Schaut man über den Schlaf hinaus auf Herz, Verkehr und Arztbesuche, zeigt sich in mehreren großen Auswertungen dasselbe Muster: Die Umstellung im Frühjahr ist die schwierigere. Für den Herbst finden die meisten Studien keinen oder sogar einen leicht günstigen Effekt.

Messgröße Frühjahr Herbst Quelle
Schlafdauer am Umstellungssonntag −65 Minuten +33 Minuten UK Biobank, 11.780 Personen (J Sleep Res 2025)
Herzinfarkt-Risiko RR 1,04 (rund 4 % höher) RR 1,02, statistisch nicht gesichert (KI 0,99–1,05) Meta-Analyse, 12 Studien aus 10 Ländern (Dtsch Arztebl Int 2024)
Herzinfarkte im US-Register kein signifikanter Unterschied kein signifikanter Unterschied 168.870 Patienten, 1.124 Kliniken (JAMA Netw Open 2025)
Tödliche Verkehrsunfälle (USA) +6 % kein Effekt 732.835 Unfälle, 1996–2017 (Curr Biol 2020)
Arzt- und Klinikkontakte in der Woche danach (England) kaum Veränderung 2 bis 8 % weniger (Angst, Depression, Schlafstörungen, akute Herz-Kreislauf-Ereignisse) 683.809 Personen, 2008–2019 (BMJ 2025)
Gesamtbild aus 157 Studien nicht pauschal schädlich; Herbstumstellung verbunden mit weniger Arbeitsunfällen und geringerer Gesamtsterblichkeit, aber mehr Gewaltdelikten ← gilt für beide Umstellungen Systematischer Review, 36 Länder (Eur J Epidemiol 2026)

Frühjahr = Uhr vor, Herbst = Uhr zurück. RR = relatives Risiko, KI = 95-%-Konfidenzintervall. Die Studien stammen aus verschiedenen Ländern und Zeiträumen und messen unterschiedliche Dinge. Sie lassen sich nicht direkt miteinander verrechnen.

Herz: Effekt im Frühjahr, im Herbst nicht gesichert

Eine Meta-Analyse der Uniklinik Köln im Deutschen Ärzteblatt bündelte 12 Studien aus 10 Ländern. Nach der Frühjahrsumstellung war das relative Herzinfarkt-Risiko um rund 4 Prozent erhöht (RR 1,04; KI 1,02–1,07). Nach der Herbstumstellung lag der Wert bei 1,02, das Konfidenzintervall reichte aber von 0,99 bis 1,05. Ein Effekt ist damit statistisch nicht gesichert. Nach Ausschluss einer einzelnen Studie blieb es im Frühjahr bei 1,04, im Herbst sank der Wert auf 1,00 (Dtsch Arztebl Int, 2024). Ganz einheitlich ist die Lage nicht: Ein großes US-Register mit 168.870 Patientinnen und Patienten fand in keiner der beiden Umstellungswochen mehr Herzinfarkte (JAMA Network Open, 2025).

Verkehr: Risiko steigt nur im Frühjahr

Eine Auswertung von 732.835 tödlichen Verkehrsunfällen in den USA fand nach der Frühjahrsumstellung ein um 6 Prozent erhöhtes Risiko. Für den Herbst zeigte sich kein Effekt (Current Biology, 2020).

Psyche und Arztbesuche: im Herbst sogar etwas weniger

In England werteten Forschende die Gesundheitsdaten von 683.809 Personen aus. In der Woche nach der Herbstumstellung wurden etwas weniger Fälle von Angst, Depression, psychiatrischen Notfällen, Schlafstörungen und akuten Herz-Kreislauf-Erkrankungen dokumentiert, je nach Diagnose 2 bis 8 Prozent weniger. Im Frühjahr veränderte sich kaum etwas. Die Autorinnen und Autoren weisen selbst auf eine Einschränkung hin: Gezählt wurde das Datum, an dem ein Fall in der Praxis dokumentiert wurde, nicht der Beginn der Beschwerden (BMJ, 2025).

Warum der Herbst leichter fällt

Die innere Uhr orientiert sich vor allem am Licht. Fachübersichten halten fest, dass die Normalzeit, also die „Winterzeit“, meist besser zur inneren Uhr passt als die Sommerzeit (Current Opinion in Pulmonary Medicine, 2023). Ein systematischer Review über 27 Studien zu Schlaf und Schläfrigkeit kommt zu dem Ergebnis, dass negative Effekte vor allem im Frühjahr und bei Abendtypen auftreten (Sleep Medicine Reviews, 2025). Ein kleines Pilotprojekt mit nur acht Teilnehmenden deutet zudem darauf hin, dass sich der Körper nach der Herbstumstellung schneller anpasst als im Frühjahr (Biology, 2022). Wegen der sehr kleinen Stichprobe ist das ein Hinweis, kein Beleg.

Zeitumstellung und Schlaf: Gefühlt spürt sie fast jede bzw. jeder Dritte

Die Messdaten zeichnen für den Herbst ein eher entspanntes Bild. Fragt man die Menschen selbst, sieht es anders aus. In der repräsentativen Forsa-Umfrage für die DAK-Gesundheit vom Herbst 2025 gaben 31 Prozent an, schon einmal Probleme mit der Zeitumstellung gehabt zu haben, etwa gesundheitlicher oder psychischer Art oder beim rechtzeitigen Aufstehen. Frauen berichteten das deutlich häufiger als Männer (39 gegenüber 24 Prozent). Vor der Frühjahrsumstellung 2026 waren es mit 30 Prozent fast genauso viele (DAK/Forsa, Herbst 2025; DAK/Forsa, Frühjahr 2026).

Beschwerde Anteil
Müde oder schlapp gefühlt 75 %
Einschlafprobleme oder Schlafstörungen 65 %
Konzentrationsprobleme 40 %
Gereiztheit 34 %
Depressive Verstimmung 16 %
Zu spät zur Arbeit gekommen (betroffene Erwerbstätige) 19 %

Anteil unter den Befragten mit Problemen durch die Zeitumstellung, Herbst 2025. Quelle: DAK-Gesundheit/Forsa, n = 1.003, befragt vom 30.09. bis 02.10.2025, Fehlertoleranz ±3 Prozentpunkte. Mehrfachnennungen möglich.

Die Mehrheit hat ohnehin genug von der Umstellung: Im Herbst 2025 sprachen sich 76 Prozent für eine Abschaffung aus, im Frühjahr 2026 waren es 71 Prozent.

Auch Messdaten aus anderen Ländern stützen das Gefühl zumindest teilweise. In einer kanadischen Studie mit 30.097 Menschen zwischen 45 und 85 Jahren berichteten nach der Herbstumstellung vorübergehend mehr Teilnehmende von Einschlafproblemen (7,1 statt 3,3 Prozent). Der Anteil der Unzufriedenen mit ihrem Schlaf stieg von 22,6 auf 28 Prozent (Neurology, 2023).

Dazu kommt: Die Umstellung trifft auf eine Bevölkerung, die ohnehin nicht besonders gut schläft. Laut Robert Koch-Institut berichten 31,7 Prozent der Erwachsenen in Deutschland über Durchschlafstörungen und 16,3 Prozent über Einschlafstörungen (RKI, Journal of Health Monitoring 2026). Wer ohnehin schlecht schläft, bemerkt jede Verschiebung schneller.

Die Lücke zwischen Messung und Gefühl

Klinische Daten zeigen für den Herbst kaum oder keine negativen Effekte. Trotzdem berichten vor beiden Umstellungen ähnlich viele Menschen von Beschwerden. Hochgerechnet auf die rund 69,6 Millionen Erwachsenen in Deutschland (Destatis) entsprächen 31 Prozent etwa 21 Millionen Menschen, die die Zeitumstellung schon einmal als belastend erlebt haben. Bei einer Stichprobe von gut 1.000 Befragten ist das nur eine Größenordnung (Spanne etwa 19,5 bis 23,7 Millionen), und gefragt wurde nach „schon einmal“, nicht nach jeder Umstellung.

Leitfaden für die Woche nach der Zeitumstellung (25. Oktober bis 1. November)

Die gute Nachricht vorweg: 69 Prozent der Befragten hatten laut DAK-Umfrage noch nie Probleme mit der Zeitumstellung. Wer sie trotzdem spürt, kann mit ein paar einfachen Stellschrauben gegensteuern. Die folgenden Tipps leiten wir aus der allgemeinen Schlafforschung ab. Keiner davon wurde gezielt als Maßnahme gegen die Zeitumstellung getestet.

Die Aufstehzeit stabil halten, auch am Wochenende

Regelmäßige Schlafzeiten gelten in der Forschung als eigenständige Dimension guten Schlafs. Ein systematischer Review über 59 Primärstudien hebt die Regelmäßigkeit deshalb ausdrücklich als Baustein der Schlafhygiene hervor (Sleep Medicine Reviews, 2025). Für die Umstellungs-Woche heißt das: Steh möglichst zur gewohnten Uhrzeit nach der neuen Zeit auf, statt am Sonntag die geschenkte Stunde komplett auszuschlafen.

Vormittags Tageslicht tanken

Die innere Uhr orientiert sich am Licht. Nach der Umstellung wird es morgens früher hell, das kannst du nutzen: Vorhänge auf, der Weg zur Arbeit oder ein kurzer Spaziergang in der ersten Tageshälfte. Am Nachmittag wird es in der Woche nach dem 25. Oktober spürbar früher dunkel.

Das Nachmittagstief mit einem kurzen Nickerchen abfangen

Wenn es dein Alltag zulässt, kann ein kurzer Mittagsschlaf die Konzentration im Nachmittagstief etwas verbessern. Die Effekte sind klein, aber messbar (mehr dazu im nächsten Abschnitt). Plane danach ein paar Minuten zum Wachwerden ein, bevor du Auto fährst oder anspruchsvolle Aufgaben angehst.

Als „Eule“ besonders auf feste Zeiten achten

Spättypen reagieren in Studien empfindlicher auf Zeitumstellungen. Die Befunde stammen vor allem aus dem Frühjahr, etwa zum Arbeitsengagement von 155 Vollzeitbeschäftigten (Sleep Health, 2023). Feste Aufsteh- und Essenszeiten sind für Abendtypen deshalb der wichtigste Anker.

Geduld haben und nicht jede Nacht bewerten

Ein kleines Pilotprojekt deutet darauf hin, dass sich der Körper im Herbst schneller anpasst als im Frühjahr. Einzelne unruhige Nächte in der Umstellungs-Woche sind kein Grund zur Sorge. Weitere Grundregeln wie den Umgang mit Koffein, Alkohol und Wachphasen in der Nacht findest du in unserem Ratgeber Schlafhygiene: 10 Regeln für besseren Schlaf.

Der Wochenplan auf einen Blick

Tag Fokus Konkrete Umsetzung
Sa, 24.10. Vorbereiten Zur gewohnten Zeit ins Bett gehen. Wecker und analoge Uhren schon abends auf die neue Zeit stellen.
So, 25.10. Umstellungstag Nach der neuen Uhrzeit aufstehen, statt lange auszuschlafen. Vormittags raus ins Tageslicht.
Mo, 26.10. bis Mi, 28.10. Rhythmus Feste Aufstehzeit, Licht am Morgen. Im Nachmittagstief, wenn möglich, ein kurzes Nickerchen mit kurzer Wachwerd-Phase danach.
Do, 29.10. bis Fr, 30.10. Beobachten Notieren, wann du müde wirst und wie du schläfst. Nichts erzwingen, einzelne Nächte schwanken.
Sa, 31.10. bis So, 1.11. Halten Auch am Wochenende ähnlich aufstehen wie unter der Woche. Danach nur die Gewohnheiten behalten, die gut in deinen Alltag passen.

Power Nap und Mittagsschlaf: Was die Studien zeigen

Der kurze Schlaf am Tag, umgangssprachlich oft „Power Nap“ genannt, wird gern als Wundermittel gegen das Nachmittagstief verkauft. Die Forschung liefert einen nüchterneren Befund: klein, aber messbar.

Eine Meta-Analyse wertete 11 Laborstudien mit insgesamt 381 Erwachsenen im Erwerbsalter aus. Nach einem kurzen Nickerchen am Tag verbesserte sich die kognitive Leistung leicht, die Aufmerksamkeit etwas deutlicher. Die Effekte waren bis etwa 120 Minuten nach dem Nickerchen nachweisbar, und die Dauer des Nickerchens hatte in diesen Studien keinen messbaren Einfluss. In der Phase direkt nach dem Aufwachen, wenn man noch schlaftrunken ist, waren die Ergebnisse uneinheitlich (IJERPH, 2021).

Befund Wert Einordnung
Kognitive Leistung insgesamt Effektstärke 0,18 (KI 0,09–0,27) kleiner, aber gesicherter Effekt
Aufmerksamkeit Effektstärke 0,29 (KI 0,10–0,48) kleiner, gesicherter Effekt
Dauer des Effekts bis etwa 120 Minuten passt zum Nachmittagstief
Länge des Nickerchens ohne Einfluss innerhalb der untersuchten kurzen Naps
Nickerchen vor 13 Uhr 0,24 (KI −0,07–0,34) statistisch nicht gesichert

Quelle: Dutheil et al. 2021 (IJERPH), Meta-Analyse von 11 Laborstudien.

Ein Detail ist für die Praxis interessant: Die Autoren beschreiben sehr frühe Nickerchen vor 13 Uhr als vorteilhaft. Das Konfidenzintervall schließt aber den Wert null ein. Ein Vorteil früher Naps ist damit nicht statistisch gesichert. Du musst dich also nicht an eine bestimmte Uhrzeit klammern, sondern kannst das Nickerchen dann einplanen, wenn dein Tag es erlaubt.

Eine größere Meta-Analyse über 54 Studien mit 60 Stichproben bestätigt das Bild: Ein Nickerchen am Nachmittag geht mit kleinen bis mittleren Verbesserungen der kognitiven Leistung einher (Cohen's d = 0,379; KI 0,296–0,462) (Sleep Medicine Reviews, 2022).

  • Ein kurzes Nickerchen kann Aufmerksamkeit und Konzentration im Nachmittagstief leicht verbessern.
  • Die Effekte sind klein. Ein Nap ersetzt keinen ausreichenden Nachtschlaf.
  • Eine feste „beste“ Uhrzeit lässt sich aus den Daten nicht ableiten.
  • Nach dem Aufwachen ein paar Minuten zum Wachwerden einplanen.
  • Die Studien stammen aus dem Labor und messen Leistung, nicht die langfristige Gesundheit.

Was die Daten nicht sagen

Diese Synthese bündelt veröffentlichte Studien und Erhebungen. Eigene Daten haben wir nicht erhoben. Die Studien stammen aus Großbritannien, den USA, Kanada und weiteren Ländern, die Erhebungen aus Deutschland. Sie messen unterschiedliche Dinge und decken unterschiedliche Zeiträume ab. Die Gegenüberstellung von Messung und Gefühl ist deshalb eine qualitative Einordnung, keine Effektberechnung.

Auch die Tipps im Leitfaden sind Alltagsempfehlungen aus der allgemeinen Schlafforschung. Wie stark sie konkret in der Woche nach der Zeitumstellung helfen, wurde bisher nicht untersucht. Eine häufig zitierte Studie zur Sterblichkeit in Europa nach der Zeitumstellung (Nature Communications, 2022) haben wir bewusst nicht verwendet: Sie wurde im Mai 2026 zurückgezogen.

Wann Schlafprobleme mehr als die Zeitumstellung sind

Ein paar unruhige Nächte nach dem 25. Oktober sind normal. Halten Ein- oder Durchschlafprobleme aber über Wochen an, beeinträchtigen sie deinen Alltag deutlich oder kommen Warnsignale wie lautes Schnarchen mit beobachteten Atemaussetzern, ausgeprägte Tagesschläfrigkeit oder starke psychische Belastung hinzu, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Dann liegt die Ursache wahrscheinlich nicht in der Uhr.

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Autor

Christopher Ort, CBD-Experte und Autor, schreibt für das SWISS FX Magazin über CBD, Wohlbefinden und einen bewussten Alltag. LinkedIn-Profil

Hinweis: Dieser Artikel fasst veröffentlichte Forschung zusammen, dient ausschließlich der Information und ersetzt keine Diagnose, Behandlung oder persönliche medizinische Beratung. Bei anhaltenden Schlafproblemen wende dich an eine Ärztin oder einen Arzt.

Häufige Fragen zur Zeitumstellung

Wann ist die Zeitumstellung im Oktober 2026?

In der Nacht von Samstag, 24. Oktober, auf Sonntag, 25. Oktober 2026. Um 3 Uhr Sommerzeit werden die Uhren auf 2 Uhr zurückgestellt. Danach gilt wieder die Mitteleuropäische Zeit, umgangssprachlich die Winterzeit.

Wird die Uhr im Herbst vor- oder zurückgestellt?

Zurück. Im Herbst wird die Uhr um eine Stunde zurückgestellt, die Nacht ist also eine Stunde länger. Im Frühjahr wird sie vorgestellt, dann fehlt eine Stunde.

Schlafe ich nach der Zeitumstellung wirklich eine Stunde länger?

Im Schnitt nicht. In einer Auswertung von Bewegungssensor-Daten von 11.780 Erwachsenen schliefen die Teilnehmenden am Umstellungssonntag im Herbst 33 Minuten länger als am Sonntag davor. Von der geschenkten Stunde kommt im Schlaf also nur gut die Hälfte an.

Ist die Zeitumstellung im Herbst schlecht für den Schlaf?

Messbar ist die Herbstumstellung meist deutlich milder als die im Frühjahr. Große Studien finden für den Herbst keinen gesicherten Anstieg von Herzinfarkten oder tödlichen Verkehrsunfällen. Trotzdem berichten in Umfragen rund 31 Prozent, schon einmal Probleme durch die Zeitumstellung gehabt zu haben, am häufigsten Müdigkeit sowie Einschlafprobleme oder Schlafstörungen.

Ist die Winterzeit die „richtige“ Zeit?

Die Winterzeit ist offiziell die Normalzeit (MEZ). Fachübersichten halten fest, dass sie meist besser zur inneren Uhr passt als die Sommerzeit, weil sich die innere Uhr am Tageslicht orientiert.

Wie lange dauert es, bis sich der Körper an die Winterzeit gewöhnt?

Eine feste Frist lässt sich aus den Studien nicht ableiten. Ein kleines Pilotprojekt deutet darauf hin, dass die Anpassung im Herbst schneller geht als im Frühjahr. Feste Aufstehzeiten und Tageslicht am Vormittag helfen der inneren Uhr, sich neu auszurichten.

Ist Mittagsschlaf gesund?

Zur langfristigen Gesundheit lässt sich aus den hier ausgewerteten Studien keine Aussage ableiten. Belegt ist ein kleiner, aber messbarer Effekt auf die Leistung: Nach einem kurzen Nickerchen verbesserten sich in Laborstudien kognitive Leistung und vor allem Aufmerksamkeit, bis etwa zwei Stunden danach.

Wie lange sollte ein Power Nap dauern?

Eine feste Minutenzahl lässt sich aus der Meta-Analyse nicht ableiten. Untersucht wurden kurze Nickerchen am Tag, und innerhalb dieser Studien hatte die Dauer keinen messbaren Einfluss auf den Effekt. Halte das Nickerchen so kurz, dass es in deinen Tag passt, und plane danach ein paar Minuten zum Wachwerden ein.

Wann ist die beste Uhrzeit für einen Mittagsschlaf?

Eine eindeutig beste Uhrzeit gibt es laut Studienlage nicht. Ein Vorteil von Nickerchen vor 13 Uhr war in der Meta-Analyse statistisch nicht gesichert. Plane den Mittagsschlaf dann ein, wenn dein Tag es zulässt, typischerweise im Nachmittagstief.

Quellen

Inhaltlich geprüft im Oktober 2026. Datenstand der verwendeten Quellen: 14. Oktober 2026. Eigene Daten hat SWISS FX nicht erhoben.

  1. de Lange MA et al. (2025): Effects of DST clock changes on accelerometer-measured sleep duration in the UK Biobank. J Sleep Res 34(3):e14335
  2. Hurst A, Morfeld P, Lewis P, Erren TC (2024): Daylight Saving Time Transitions and Risk of Heart Attack. Dtsch Arztebl Int 121:490–496
  3. Fritz J et al. (2020): A Chronobiological Evaluation of the Acute Effects of DST on Traffic Accident Risk. Curr Biol 30(4):729–735
  4. de Lange MA et al. (2025): Acute effects of DST clock changes on mental and physical health in England. BMJ 391:e085962
  5. Rymer JA et al. (2025): Daylight Savings Time and Acute Myocardial Infarction. JAMA Netw Open 8(9):e2530442
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  7. Zolfaghari S et al. (2023): Effects of Season and DST Shifts on Sleep Symptoms (CLSA). Neurology 101(1):e74–e82
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  10. Dutheil F et al. (2021): Effects of a Short Daytime Nap on the Cognitive Performance. IJERPH 18(19):10212
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  14. Arguelles-Prieto R et al. (2022): Phase Response Curve to Light under Ambulatory Conditions (Pilotstudie, n = 8). Biology 11(11):1584
  15. DAK-Gesundheit/Forsa (2025): Zeitumstellung im Herbst 2025 (n = 1.003)
  16. DAK-Gesundheit/Forsa (2026): Meinungen zur Zeitumstellung im Frühjahr 2026 (n = 1.005)
  17. Robert Koch-Institut (2026): Ein- und Durchschlafstörungen bei Erwachsenen in Deutschland. Journal of Health Monitoring 11(7)
  18. Statistisches Bundesamt (Destatis): Bevölkerung nach Altersgruppen 2011 bis 2025
  19. Physikalisch-Technische Bundesanstalt: Wann beginnt und endet die Sommerzeit in Deutschland?